Geschichte

Der Raiffeisenverband Steiermark besteht als eigene Rechtsperson seit 75 Jahren, die genossenschaftliche Revision wird aber schon seit der Gründerphase der genossenschaftlichen Einrichtungen in der Steiermark durchgeführt.

In vielen steirischen Gründungsprotokollen am Ende des 19. Jahrhunderts wird ein Landesrevisor, ein gewisser Franz Senn genannt, der als Berater bei der Gründung von genossenschaftlichen Spar- und Darlehenskassen hilfreich war. Bereits in dieser Anfangsphase wurde der Revisor in engem Zusammenhang mit der Beratung und Betreuung gesehen, was für die weitere Entwicklung des Genossenschaftswesens sicher förderlich war.

Ab 1901 übernahm der spätere Landwirteverband neben dem Warenbetrieb und der Geldsparte auch die Revision. 1927 wurden dann der Geldbereich und die Revision an den neu gegründeten „Landesverband der steirischen Raiffeisenkassen und landwirtschaftlichen Genossenschaften“ – die spätere Raiffeisen-Zentralkasse und heutige Raiffeisen-Landesbank Steiermark – übertragen.

Mit der Übernahme der reichsdeutschen Gesetzgebung musste dann die Revision von den kommerziellen Belangen getrennt werden und es kam am 5. August 1938 zur Gründung des „Verbandes der südmärkischen landwirtschaftlichen Genossenschaften - Raiffeisen“. Südmärkisch deshalb, weil anfänglich die gesamte damalige Südmark – also Kärnten mit Osttirol und Steiermark mit dem südlichen Burgenland – zum Tätigkeitsgebiet gehörten. Bedingt durch die Kriegsentwicklung kamen später auch noch die Untersteiermark und Oberkrain hinzu.

Mit 1. 1. 1943 wurde der „Südmärkische Verband“ in einen kärntnerischen und steirischen Verband geteilt und seit diesem Datum trägt dieser Verband den Namen „Raiffeisenverband Steiermark“.

Kriegsbedingt konnten nur die aller notwendigsten Aufgaben erfüllt werden und so war nach Kriegsende nicht nur das Gebäude, in dem der Verband eingemietet war, sondern auch die gesamte Struktur neu aufzubauen. Der spätere Kammer-, Landtags- und Nationalratspräsident Josef Wallner und Verbandsdirektor Koloman Vollath haben diese Aufgabe übernommen. Neben Beratungs- und Prüfungsaufgaben mussten hier die Mitarbeiter des Verbandes vielfach Buchhaltungsaufgaben für die Primärgenossenschaften übernehmen.

Ab 1964 hat Dkfm. Hans Zebinger die Leitung des Verbandes übernommen und zehn Jahre später – 1974 – ist nach dem Tod von Josef Wallner ÖkR Simon Koiner zum Obmann gewählt worden.

In diese Zeit fallen die großen Veränderungen der steirischen Genossenschaften – speziell im Geldbereich. Die Raiffeisenkassen haben ihre Vertrauensposition voll ausgespielt und dies hat sich in der zunehmenden Marktbedeutung niedergeschlagen.

Von 1963 bis 1985 haben sich die Einlagen von zwei Milliarden Schilling auf 40 Milliarden erhöht. Im selben Zeitraum verringerte sich durch Verschmelzungen die Zahl der selbständigen Raiffeisenkassen von 271 auf 103. Damit verbunden waren auch umfangreiche organisatorische Veränderungen. Die Kundennähe blieb aber erhalten, da die Tätigkeitsgebiete überschaubar geblieben sind und die Bankstellen vor Ort nicht ausradiert wurden.

Nach Hans Zebinger folgten 1984 Dr. Hans Vollmann und 1999 Dr. Gerhard Hoppenberger als Geschäftsführer des Verbandes. Von 2004 bis 2009 leitete Oberrevisor Erich Unterweger das Unternehmen.

Die Obmannschaft ging 1989 von Simon Koiner, der damals auch Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes war, auf ÖkR Rupert Buchberger über. Während der schweren Erkrankung von Buchberger hat DI Josef Riegler als Obmann-Stellvertreter die Geschäfte wahrgenommen. Dies tat er auch nach dem Tod Buchbergers von Jänner 1994 bis zur Wahl im Mai 1994, wo diese Aufgabe an ÖkR Hans Jauk überging.

Einen Meilenstein in der Geschichte des Raiffeisenverbandes Steiermark bedeutete im September 2007 die Eröffnung des neuen Bürogebäudes in Raaba. Erstmals waren alle Abteilungen – bis auf die in der Außenstelle im Raiffeisenhof untergebrachte Abteilung Bildung – unter einem gemeinsamen Dach vereint. Die Vorortgemeinde Raaba im Südosten von Graz, welche 2015 im Zuge der Gemeindefusionen mit dem Nachbarort Grambach zur Gemeinde Raaba-Grambach verschmolzen wurde, entwickelte sich mit der benachbarten Raiffeisen-Landesbank somit immer mehr zum steirischen Raiffeisen-Zentrum.

Zu einer "doppelten" Hofübergabe kam es beim Verbandstag im Jahr 2009: Hans Jauk übergab die Obmannschaft nach 15-jähriger Amtszeit an den Irdninger Bürgermeister Franz Titschenbacher. Als Nachfolger von Verbandsdirektor Erich Unterweger wurde Mag. Heinrich Herunter präsentiert, der seither die Geschäfte des Verbandes führt. Gleichzeitig fand in Graz im September die alle zwei Jahre abgehaltene Bundesrevisorenkonferenz statt.

Mit Anfang 2015 übersiedelte auch die Abteilung Bildung von ihrer Außenstelle im Steiermarkhof (vormals Raiffeisenhof) nach Raaba-Gramach in das 2014 eröffnete Multifunktionszentrum der Raiffeisen-Landesbank Steiermark. Raaba-Grambach wird somit endgültig zur steirischen "Raiffeisen-City".