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Nahwärme Stainz: Langer steiniger Weg findet Happy End
15.04.2026

Es war ein mühevoller Weg für die Nahwärmegenossenschaft Stainz bis zum endgültigen Baubescheid. Mitte Oktober wurde das Heizwerk in Neurath in einem festlichen Rahmen eröffnet. In Führungen präsentierten Obmann Manfred Hesele und seine Mitstreiter die neue Anlage.

Das spätsommerliche Schönwetter war Träger einer fröhlichen Stimmung bei der Heizwerkeröffnung am 18. Oktober, die von der Musikgruppe „Blechgspann“ eingeleitet wurde. In seiner Begrüßung hieß Obmann Manfred Hesele Bürgermeister Karl Bohnstingl, Landtagsabgeordneten Johannes Wieser, Verbandsobmann Franz Titschenbacher sowie alle Nachbarn, Anrainer und Genossenschaftsmitglieder willkommen.

„Heute können wir ein starkes Zeichen setzen“, betonte der Obmann die Wertschöpfung für Generationen. Er zeichnete den Weg der Nahwärmeliefergenossenschaft von ihrer Gründung im Jahr 1990 nach. „Am Anfang gab es 16 Mitglieder, 26 Abnehmer und einen reinen Winterbetrieb“, schilderte er den sukzessiven Netzausbau, die laufende Erweiterung der Kapazitäten und das Erfordernis, nach einem neuen Standort Ausschau zu halten. Als engagierte Lenker der Genossenschaft führte er die Obmänner Alois Fließer, Karl Harzl und Andreas Strohmeier an.

Langer steiniger Weg bis zur Genehmigung

Dem Verlauf der Neubauarbeiten und der Technik im Heizhaus widmete sich Planer Martin Ringhofer. „2020 haben wir einen Plan erstellt und 2021 eingereicht“, berichtete er von einem Baubescheid 2022, der wegen eines Formfehlers allerdings angefochten wurde. Nach Bürgerprotesten, Uneinigkeit im Gemeinderat und der Anrufung des Landesgerichtshofs, der alle rechtlichen Bedenken für nichtig erklärte, gab es 2023 den endgültigen Baubescheid. Baustart war schließlich im Frühjahr des Vorjahres.

„Für die Kunden ist die nunmehrige Situation ideal“, wies Martin Ringhofer auf rund 160 Kunden und eine Wertschöpfung von 276.000 Euro für die Region, 9.130 Trassenmeter Leitungen, eine Anschlussleistung von 5.250 kW, die nachhaltige Wärmerückgewinnung, die Leistung von 1.200 kW (Kessel 1) und 500 kW (Kessel 2) sowie die Einsparung von äquivalent 780.000 Liter Öl hin. Als Errichtungskosten nannte er knapp 6,8 Millionen Euro, denen Förderungen von Bund und Land in Höhe von zwei Millionen Euro gegenüberstehen. Um zu zeigen, wer alles hinter dem Projekt steht, ließ Obmann Manfred Hesele alle Genossenschaftsmitglieder vor dem Heizhaus Aufstellung nehmen.

Bürgermeister entschuldigte sich

Von einem langen Verlauf, einer „blöd’n G’schicht“ im Gemeinderat und einer nochmaligen Entschuldigung wegen der Verzögerung war in der Grußadresse von Bürgermeister Karl Bohnstingl die Rede. „Wir sind froh, dass alle Schwierigkeiten gemeistert werden konnten“, merkte er an, dass der Standort Schule alles andere als ideal ist. „Das Heizwerk ist zum Wald gekommen“, gratulierte er dem Genossenschaftsteam und wünschte viel Erfolg. „Ich habe viel davon gesehen“, kam Johannes Wieser auch auf den Rohstoff Holz zu sprechen. Das klimaneutrale Projekt, so der Abgeordnete, könne als Antwort auf die allgemein beklagte Teuerung gesehen werden. Von einem Zukunftsprojekt und einer Pionierleistung der Genossenschaft sprach Verbandsobmann Franz Titschenbacher, gleichzeitig Präsident des Österreichischen Biomasseverbandes. Er strich die regionale Wertschöpfung heraus und bezifferte die Energiekosten, die jährlich in das Ausland fließen, mit rund 18 Milliarden Euro. Dem in der Genossenschaft gelebten Generationendenken drückte er seinen Respekt aus.

"Bleibet sitzen in Frieden"

Ein derart großes Projekt, so die offensichtliche Meinung der Verantwortlichen, sollte nicht ohne den Beistand des Herrgotts vonstattengehen. „Die Segnung ist eine Beziehung zu Gott“, betonte Pfarrer Marius Enăşel, dass es immer um Menschen und deren Wohlbefinden gehe. Mit dem Kreuzzeichen und der Besprengung der Räumlichkeiten mit geweihtem Wasser segnete Pfarrer Enăşel die Menschen und das Gebäude. Danach waren bei den Führungen die Besichtigung der Örtlichkeiten und die Erklärung der technischen Ausstattung angesagt. Die Steinbäck Gastronomie sorgte für das kostenfreie Essen und Trinken. Und die Besucher:innen hielten sich an die Botschaft des Pfarrers: „Bleibet sitzen in Frieden.“

// Eröffnung Heizwerk Nahwärme Stainz

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