In einem für die Gastronomie schwierigen Umfeld hat das Bäuerliche Versorgungsnetzwerk (BVN) Steiermark im Jahr 2025 stabil gewirtschaftet. Neben Großküchen konnte inzwischen auch in der gehobenen Gastronomie gepunktet werden. Regionale Absatzwege sollen weiter ausgebaut werden.
Zufrieden auf das Geschäftsjahr 2025 blickte die Genossenschaft Bäuerliches Versorgungsnetzwerk Steiermark bei ihrer Generalversammlung am 4. August im Steiermarkhof in Graz zurück. Trotz eines schwierigen Marktumfelds, großer Unsicherheiten und eines hohen Wettbewerbsdrucks konnte die Genossenschaft ihren Umsatz weitgehend halten und das Geschäftsjahr mit einem ausgeglichenen Ergebnis abschließen. Das Netzwerk zählt mittlerweile 45 Mitglieder. Insgesamt sind mehr als 100 bäuerliche Betriebe aus der Steiermark direkt oder indirekt eingebunden. Für Großküchen und Gemeinschaftsverpfleger stehen rund 650 Artikel zur Verfügung. Der Bio-Anteil des Sortiments beträgt 38 Prozent.
Bekanntheit wesentlich gesteigert
„Wir sind am Markt an gekommen“, betonte BVN-Obmann Markus Hillebrand gegenüber den Genossenschaftsmitgliedern. So gelang es der Genossenschaft, die Bekanntheit im Bundesland durch gezielte Maßnahmen deutlich zu steigern. Nun sollen weitere Geschäftsfelder erschlossen werden. Geplant sind unter anderem die Entwicklung eines Franchisekonzepts, kurze Lieferwege für Nahversorger und ein Pilotprojekt für die Schulversorgung. Kritisch sieht Hillebrand weiterhin die öffentlichen Ausschreibungen. Bei der öffentlichen Hand auf Bundesebene bestehe „noch deutlicher Aufholbedarf“, um die rechtlich mögliche Regionalisierung der Beschaffung auch tatsächlich umzusetzen. Gezielte Ausschreibungen könnten hier bäuerlichen Betrieben bessere Chancen eröffnen.
Kundenkreis erweitert sich
Geschäftsführer Christian Nezmah zeigte sich mit dem Jahresergebnis ebenfalls zufrieden. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sei das ausgeglichene Ergebnis „absolut zufriedenstellend“. Besonders positiv habe sich die Öffnung des BVN in Richtung Gastronomie entwickelt. Das Netzwerk werde inzwischen als „echter Player“ am Markt wahrgenommen, so Nezmah. Die Kundschaft reicht mittlerweile von Einrichtungen der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung bis zur steirischen Sterneküche.
Regionale Herkunft nachvollziehbar gemacht
Unterstützung bei der Vermarktung und Nachvollziehbarkeit der Herkunft soll auch das selbst entwickelte Tool „Fairdy“ leisten. Damit kann der Weg eines Lebensmittels vom Feld bis zum Teller nachvollziehbar gemacht werden – ohne großen bürokratischen Aufwand und zu vergleichsweise geringen Kosten. Für Landwirtschaftskammer-Präsident und BVN-Aufsichtsratsmitglied Andreas Steinegger ist das Netzwerk zu einer wichtigen Drehscheibe für die bäuerliche Direktvermarktung geworden. „Das BVN leistet einen wertvollen Beitrag dazu, bäuerlichen Familienbetrieben verlässliche Absatzwege zu sichern“, erklärte Steinegger. Gleichzeitig wird damit der Anteil regionaler Lebensmittel in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung gestärkt.